Interessantes Interview mit Second Life-Gründer Rosedale auf spiegel.de
Feb 1st, 2008 by Simon Künzler

Spiegel.de hat am 29.1.2008 ein interessantes Interview mit Philip Rosedale veröffentlicht. In diesem werden die aktuellen Herausforderungen sowie die zukünftige Strategie diskutiert. Die wohl eindrücklichsten Aussagen sind m.E. (z.T. nicht 1:1 zitiert): [via]
Die wirklichen Business-Anwendungen in SL haben mit Kollaboration zu tun, und die wachsen schnell. Mehr als 400 Universitäten sind in SL vertreten, unsere Mailingliste zum Thema Bildung hat 4000 Mitglieder.
Stimmt. Die Potenziale im Bereich Bildung, Kollaboration sind riesig. Und so haben auch wir schon interessante Meetings in SL abgehalten und in der Virtuellen Welt unterrichtet. Allerdings scheint Voice noch nicht sooo stabil, was sich aber sicher noch ändern wird.
Für Marketing in SL ist es zu früh, glaube ich. Wir sind immer noch ein System, das täglich 200.000 Menschen benutzen. Das ist zwar eindrucksvoll und schafft eine Wirtschaft mit einer Million Dollar Umsatz am Tag, in der die Menschen Geld verdienen können. Aber es sind nicht genügend Menschen, um dort Produkte aus der realen Welt zu vermarkten.
Wenn Marketing mit Verkauf gleichgesetzt wird, kann ich dieser Aussage zustimmen. Isolierte Marketing-Aktionen in SL bringen m.E. auch wenig. Integrierte Marketing-Aktionen, welche Virtuelle Welten wie z.B. Second Life in den gesamten Mix der Massnahmen aufnehmen und die unterschiedlichen Kanäle sauber orchestrieren, haben dagegen sehr wohl sehr grosse Potenziale.
Wir müssen das System fundamental öffnen. Die Client-Software haben wir schon geöffnet, jetzt machen wir mit Formaten, Protokollen, Standards, Programmcode weiter. Mit der Veröffentlichung des Clients als Open Source, arbeiten einige findige Entwickler bereits an einer Web-Benutzeroberfläche für SL. Wir arbeiten daran, das Interface zu vereinfachen und dass man aus SL perfekt im Web surfen kann.
Das Global Provider-Programm geht schon in die richtige Richtung einer GRID OpenSource, aber noch zu wenig. Virtuelle Welten auf dem Level wie Second Life werden erst dann zur Killerapplikation, wenn Sie durch einen einfachen Web Browser (oder sonst eine “einfache” Schnittstelle) für jeden User ohne grosse Installation von Software zugänglich und einfach zu bedienen sind.
[Bildquelle: spiegel.de]